Verspannungen bei Pferden können ganz verschieden Ursachen haben.
Z.B. ist wenig bekannt, dass die Zähne ein wichtiger Faktor sind: Das Kiefergelenk steht in einer engen Wechselwirkung mit dem Schulterbereich und dem Becken des Pferdes. Einerseits durch die wesentliche Statikfunktion des Kiefergelenkbereiches, andererseits da über das Kiefergelenk sehr viele Muskeln verlaufen. Diese Muskeln sind direkt oder indirekt über Muskelketten mit den Hals-, Rücken- und Kruppbereich des Pferdes verbunden.
Ist eine Blockade im Kiefergelenk des Pferdes anzutreffen, findet man in den allermeisten Fällen auch eine Blockade im Schulter- und im Lendenwirbel- bzw. Beckenbereich des Pferdes. Daher beeinträchtigt ein unbalanciertes Maul und ein damit verbundenes blockiertes Kiefergelenk sehr stark die Funktionalität und Losgelassenheit des gesamten Pferdes. Kiefergelenksblockaden entstehen durch schlecht gepflegte Zähne, d.h. z.B. Überbiss, Haken oder nicht richtige Stellung der Mahlzähne.
Den Zusammenhang zwischen einem lockeren Kiefergelenk und der Losgelassenheit des Pferdes unter dem Reiter hat schon der französische ReitmeisterBaucher erkannt. Deshalb erklärte er in seinen Schriften auch viele "Abkau-Übungen" (Flexionsübungen) im Stehen und unter dem Reiter, die die Losgelassenheit des Pferdes fördern sollen (und es auch tatsächlich tun).
Die Folgen von einem Pferd mit Zahnproblemen
liegen recht offensichtlich auf der Hand. Das Pferd wird generell
weniger fressen, weil es Schmerzen bei der Futteraufnahme hat. Oder aber
kann das aufgenommene Futter schlechter verdauen. Dies führt zu einem gesteigerten Futterbedarf und andererseits wird die Gefahr von Koliken beim Pferd erhöht. Darüberhinaus wird das Wohlbefinden, Rittigkeit und Losgelassenheit des Pferdes durch Zahnproblemenegativ beeinflußt.